Quelle: "deutz antriebe" Nr. 39/98
Hoher Grad an Servicebereitschaft ist Basis guter Zusammenarbeit 
Dieter Mutard berichtet

Es wäre wohl etwas übertrieben, den 1,5 Quadratkilometer großen Containerterminal Burchardkai der Hamburger Hafen- und Lagerhaus Aktiengesellschaft (HHLA) als "Jurassicpark" zu bezeichnen. Dennoch, die Szenerie mit den unzähligen Containerbergen, die ein scheinbar ungeordnetes Durcheinander bieten (aber nach System gelagert sind) und die dazwischen herumdüsenden 12 m hohen, 6 m langen und 4,5 m breiten Portalhubwagen (Straddle Carrier), haben etwas geheimnisvoll Riesenhaftes an sich. Soeben taucht wieder eines der insgesamt 72 eingesetzten Fahrzeuge auf: Mit Vollgas und einem 25 Tonnen schweren Container unter der Ladebrücke geht es zielstrebig zu einer der 18 Containerbrücken des Burchardkais, wo die Seeschiffe aus aller Welt be- und entladen werden.
Hafen 
Ein riesiger Umschlagplatz für Güter aus aller Welt ist der Containerterminal am Burchardkai der Hamburger Hafen- und Lagerhaus-Aktiengesellschaft (HHLA). Hamburg ist einer der größten Containerumschlaghäfen der Welt (oben) 

12 m Meter hoch und bärenstark: die Portalhubwagen der HHLA (unten). Bei einem Teil dieser Fahrzeuge sitzt der Motor oben (kleines Foto). Die Portalhubwagen laufen im Drei-Schicht-Betrieb rund um die Uhr und jedes einzelne Fahrzeug erreicht etwa 3.500 Betriebsstunden im Jahr 

Fotos: Mutard (4), HHLA (2) 

Motor 
HHLA 

Durchgehend geöffnet

Das scheinbar wilde Durcheinander sieht nur so aus, weil Geschwindigkeit keine Hexerei, sondern im Umschlaggeschäft eine zwingende Notwendigkeit ist. Die Carrier-Fahrer erhalten ihre Aufträge für die Containerbewegungen im Gelände per Datenfunk. Ein Monitor zeigt ihnen an, welcher Container wohin zu transportieren ist. Auf dem Burchardkai ist "durchgehend geöffnet". Über 640 gewerbliche Mitarbeiter sorgen wochentags, an den Wochenenden und an fast allen Feiertagen in drei Schichten mit je acht Stunden für den reibungslosen Betrieb. An insgesamt 360 Tagen im Jahr wird am Burchardkai gearbeitet. "Unsere Carrier laufen ständig unter Vollast", erklärt Stephan Meyer, Leiter der Instandhaltungsbetriebe der HHLA und unterstreicht: "Die Fahrer haben selbstredend alle einen Kfz-Führerschein und werden aber darüber hinaus intern für den Umgang mit den Fahrzeugen geschult. Wenn sie erst mal auf dem Carrier sitzen gibt es nur noch Vollgas. Pro Jahr kommt ein Portalhubwagen auf etwa 3.500 Betriebsstunden und wir wissen längst, daß kein Motor dieser Welt, diese hohe Beanspruchung auf Dauer durchhält. Nach max. 15.000 Betriebsstunden ist der Antrieb am Ende, dann hilft nur eine gründliche Instandsetzung oder ein Austauschmotor".
IBH 
Beim DEUTZ Servicepartner IBH in Norderstedt koordinieren seit Jahren erfolgreich Werkstattleiter Manfred Osses und Serviceleiter Dieter Schärer die Zusammenarbeit mit der HHLA 
Portalhubwagen 
Die Portalhubwagen haben den Antriebsmotor entweder oben oder unten seitlich, wo sie hinter stoßfester Verkleidung liegen 
Monteure 
Service vor Ort: Zwei IBH-Monteure arbeiten in der HHLA-Werkstatt an einem Fahrzeug, in dem ein DEUTZ 413 eingebaut ist 

300 Serviceeinsätze im Jahr

Und genau an diesem Punkt wird der DEUTZ Servicepartner in Norderstedt bei Hamburg, das Ingenieurbüro Harm (IBH) aktiv. Seit Jahren betreut das Unternehmen die HHLA hinsichtlich Werkstattunterstützung, Austauschmotoren, Full Service, und Projektbetreuung. Serviceleiter Dieter Schärer und Werkstattleiter Manfred Osses, der auch für die Außendienstmonteure verantwortlich ist, haben auf diesen Gebieten eine hervorragende Basis der produktiven Zusammenarbeit mit der HHLA geschaffen. Dies ist um so bedeutender, seit die meisten der neuangeschafften Portalhubwagen aus Finnland kommen und in der Erstausstattung gar keinen DEUTZ Motor mehr haben. Mit der intensiven Zusammenarbeit im Servicesektor bleibt jedoch DEUTZ dem Kunden HHLA verbunden, denn die Austauschmotoren kommen fast alle aus dem DEUTZ ServiceCenter Übersee, in Bayern.

Der IBH-Außendienst für DEUTZ Produkte ist ein wesentlicher Umsatzträger des Servicepartners, der täglich mit 16 Werkstattwagen und 16 Monteuren im Einsatz ist. Gut und gern 300 Serviceeinsätze werden von IBH jährlich bei der HHLA abgewickelt. "Die hohe Verfügbarkeit und Servicebereitschaft der IBH haben uns bei der HHLA bis heute nachhaltig von der Qualität dieses DEUTZ Partners überzeugt", betont Stephan Meyer ausdrücklich und ergänzt das überaus positive Bild mit der Aussage: "Dank des Norderstedter Serviceteams ist die HHLA heute noch ein treuer DEUTZ Kunde, denn wir dürfen nicht vergessen, daß die Maschinen aus Finnland von einem international renommierten Wettbewerber auf dem Motorensektor kommen". Was das bedeutet, macht die Tatsache klar, daß von den heute etwa 100 im Einsatz in den HHLA-Portalhubwagen befindlichen Motoren 70 das Markenzeichen DEUTZ tragen. Dazu kommen noch 100 weitere Einheiten der Baureihen 413/513 und 912/913 bei der Hamburger Hafen- und Lagerhausgesellschaft, die seit über 20 Jahren DEUTZ Kunde ist. Der ausgezeichnete Service der IBH hat dazu geführt, daß seit drei Jahren eine enge Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Instandsetzung und Ersatzteilversorgung verwirklicht worden ist.

Im Norden gut vertreten

Die IBH-Zentrale ist in Norderstedt, vor den Toren Hamburgs, zu Hause. Insgesamt arbeiten 72 Mitarbeiter für den Produktbereich DEUTZ. Das Unternehmen ist als wichtiger DEUTZ-Partner in Nord- und Teilen Ostdeutschlands aktiv und hat Niederlassungen in Rendsburg, Lübeck und Rostock sowie Werkstätten in Stralsund, Neubrandenburg und ist somit im Norden Deutschlands besonders gut vertreten. Die beiden Geschäftsführer Christian Uehr und Rainer R. Hinze haben es verstanden, das Unternehmen auf den Kundenbedarf hin auszurichten.

Das wesentliche Vertriebsprogramm sind DEUTZ und DEUTZ MWM Motoren, von denen etwa 1.000 Neuanlagen per anno abgesetzt werden. Zu den Hauptabnehmern zählen z. B. der Radlader-Hersteller Ahlmann, der norddeutsche Maschinenhersteller Schöma sowie einige weitere Aggregatehersteller. Rainer R. Hinze: "Die hohe Lieferbereitschaft bei den Motoren 912, 1012, 1013 und 1015 sind unsere absolute Stärke, das wird von den Kunden durch Produkttreue honoriert". Eine Dominanz aber ist und bleibt der Service, denn die IBH-Mitarbeiter wissen genau, auf was es den Kunden ankommt. Diese Erfahrung und Einstellung nutzen viele große norddeutsche Bauunternehmen.

Dieter Mutard